Multifokale Kontaktlinsen mit D- und N-Linse – wie sie funktionieren

2026-04-21 18:22:00 / Grundlagen

Einige multifokale Kontaktlinsen – insbesondere von CooperVision – nutzen ein spezielles Anpassungskonzept mit zwei unterschiedlichen Linsendesigns. Dieses System wird als Balanced Progressive® Technology bezeichnet.

Im Unterschied zu anderen Designs werden dabei zwei verschiedene Linsentypen kombiniert, die gezielt auf die Zusammenarbeit beider Augen abgestimmt sind.


D- und N-Linse – zwei unterschiedliche Sehschwerpunkte

Das System basiert darauf, dass jedes Auge eine leicht unterschiedliche Aufgabe übernimmt:

  • D-Linse (Distance): optimiert für das dominante Auge – stärker auf die Fernsicht ausgelegt
  • N-Linse (Near): optimiert für das nicht-dominante Auge – unterstützt die Nahsicht

Beide Linsen arbeiten zusammen. Das Gehirn kombiniert die Informationen beider Augen zu einem Gesamtbild.

Abbildung: CooperVision | Quelle: coopervision.de


Das Funktionsprinzip: simultanes Sehen

Das D/N-Design basiert auf dem sogenannten simultanen Funktionsprinzip. Dabei werden Nah- und Fernbereiche gleichzeitig im Bereich der Pupille abgebildet.

Das bedeutet:

  • Fern- und Nahsicht liegen gleichzeitig vor
  • das Gehirn filtert automatisch das passende Bild heraus
  • der jeweils nicht benötigte Bereich wird unterdrückt

Dieser Prozess erfolgt unbewusst und nutzt die Verarbeitungsleistung des visuellen Systems.


Was bedeutet das für die Anpassung?

Ein Vorteil dieses Systems liegt in der individuellen Abstimmung. Die Auswahl der D- und N-Linse erfolgt abhängig von:

  • Sehstärke
  • Addition
  • Dominanz des Auges

Dadurch lässt sich die Sehleistung gezielt auf den Träger anpassen.

Zu beachten ist jedoch: Faktoren wie Pupillengröße oder Sitz der Linse können das Ergebnis beeinflussen.


Was bedeutet das im Alltag?

Im Alltag ermöglicht dieses System ein ausgewogenes Sehen über verschiedene Entfernungen hinweg. Besonders bei wechselnden Sehaufgaben – etwa zwischen Lesen, Bildschirmarbeit und Umgebung – kann dieses Zusammenspiel Vorteile bieten.

Weitere Informationen zur passenden Linse finden Sie hier: Biofinity Multifocal Kontaktlinsen.


Unser Hinweis

Auch bei diesem System ist die individuelle Anpassung entscheidend. Das Zusammenspiel beider Augen erfordert eine kurze Eingewöhnung, bis das Gehirn die Bildverarbeitung optimal abstimmt.

Die Grundlagen multifokaler Kontaktlinsen finden Sie in unserem Ratgeber zu multifokalen Kontaktlinsen.

Multifokale Kontaktlinsen mit D- und N-Design erfordern eine kurze Anpassungsphase. Besonders das Zusammenspiel beider Augen muss sich zunächst einspielen.