Kontaktlinsenwerte

Kontaktlinsenwerte und Parameter erklärt

Hier finden Sie eine kurze Erklärung der wichtigsten Werte und Abkürzungen, die auf Ihrem Kontaktlinsenpass, Ihrem Rezept oder auf der Verpackung Ihrer Kontaktlinsen angegeben sind.

Diese Parameter bestimmen unter anderem Stärke, Größe und Krümmung der Kontaktlinse und sind entscheidend für die Auswahl der passenden Linse.

Hinweis: Achten Sie bei der Auswahl der Stärke immer auf das Vorzeichen Plus (+) oder Minus (−).

Erklärung der wichtigsten Kontaktlinsenwerte

Die folgenden Angaben finden Sie auf Ihrem Kontaktlinsenpass, Ihrer Verpackung oder Ihrem Rezept.

Die Sphäre (SPH oder PWR) beschreibt die Grundkorrektur der Kontaktlinse. Sie gibt an, welche Brechkraft benötigt wird, um eine Kurz- oder Weitsichtigkeit auszugleichen.

  • Minus (-) korrigiert Kurzsichtigkeit
  • Plus (+) korrigiert Weitsichtigkeit

Der Sphärenwert wird in Dioptrien (dpt) angegeben und meist in Schritten von 0,25 dpt verändert. Die Werte können für das rechte und linke Auge unterschiedlich sein.

Die Sphäre ist der wichtigste Kontaktlinsenwert und bildet die Grundlage für die Korrektur einer Fehlsichtigkeit. Bei torischen Kontaktlinsen wird sie zusätzlich mit Zylinder- und Achswerten kombiniert.

Hinweis aus der Praxis: Eine der häufigsten Ursachen für verschwommenes Sehen mit neuen Kontaktlinsen ist ein vertauschtes Vorzeichen. Ein Wert von -3,00 und +3,00 beschreibt zwei vollkommen unterschiedliche Fehlsichtigkeiten. Kontrollieren Sie daher vor der Bestellung immer, ob Ihre Werte mit den Angaben auf Ihrem Kontaktlinsenpass oder Ihrer bisherigen Verpackung übereinstimmen.

Übliche Kontaktlinsenwerte liegen häufig im Bereich von etwa -12,00 bis +6,00 dpt. Darüber hinaus oder bei höheren Zylinderwerten (z. B. über -2,25) spricht man von besonderen Sehwerten. In unserem Shop finden Sie eine große Auswahl an Kontaktlinsen für unterschiedliche Sehbedürfnisse sowie die Möglichkeit, gezielt nach Besonderen Sehstärken zu filtern.

Der Zylinderwert (CYL oder ZYL) korrigiert eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Liegt eine Hornhautverkrümmung vor, reichen normale sphärische Kontaktlinsen oft nicht aus. In diesem Fall werden spezielle torische Kontaktlinsen benötigt.

  • wird in der Regel als Minuswert (-) angegeben
  • beschreibt die Stärke der Hornhautverkrümmung
  • wird immer zusammen mit der Achse (AX) verwendet
  • kann für jedes Auge unterschiedlich ausfallen

Der Zylinderwert wird in Dioptrien angegeben und meist in Schritten von 0,25 dpt erhöht. Je höher der Wert, desto stärker ist die Hornhautverkrümmung, die korrigiert werden muss.

Damit eine torische Kontaktlinse die Hornhautverkrümmung korrekt ausgleichen kann, wird zusätzlich ein Achswert benötigt. Dieser gibt an, in welcher Ausrichtung die Korrektur auf dem Auge erfolgen muss.

Wenn auf Ihrem Kontaktlinsenpass kein Vorzeichen angegeben ist oder ein Pluswert (+) steht, sollten Sie vor der Bestellung Rücksprache mit uns halten.

Hinweis aus der Praxis: Viele Kontaktlinsenträger achten vor allem auf ihre Stärke (SPH). Bei torischen Kontaktlinsen spielt jedoch auch der Zylinderwert eine wichtige Rolle. Bereits kleine Unterschiede beim Zylinder können die Sehqualität deutlich beeinflussen. Unscharfes Sehen, Schattenbilder oder ein instabiler Seheindruck können darauf hinweisen, dass die Zylinderkorrektur nicht optimal passt. Deshalb sollten Zylinder- und Achswerte immer exakt entsprechend der Anpassung oder Verordnung bestellt werden.

Die Achse (AX, A oder ACH) beschreibt die Lage der Hornhautverkrümmung auf dem Auge. Sie wird in Grad (°) angegeben und ist nur bei torischen Kontaktlinsen relevant.

  • Wertebereich: 0° bis 180°
  • wird immer zusammen mit dem Zylinderwert (CYL) angegeben
  • bestimmt die Ausrichtung der Korrektur auf dem Auge

Die Achse gibt an, in welcher Richtung die Hornhautverkrümmung verläuft. Zusammen mit dem Zylinderwert sorgt sie dafür, dass die Hornhautverkrümmung an der richtigen Stelle korrigiert wird.

Man kann sich die Achse wie die Ausrichtung einer Brillenglaskorrektur vorstellen: Nicht nur die Stärke muss stimmen, sondern auch die genaue Position der Korrektur. Deshalb werden Achswerte immer gemeinsam mit dem Zylinderwert angegeben.

Hinweis aus der Praxis: Bei torischen Kontaktlinsen werden Achswerte häufig in festen Abstufungen produziert, beispielsweise in 10°-Schritten. Deshalb kann es vorkommen, dass auf Ihrem Brillen- oder Kontaktlinsenpass ein Wert wie 78° angegeben ist, während die Kontaktlinse mit 80° bestellt wird. Auch die Werte 0° und 180° beschreiben dieselbe Lage der Hornhautverkrümmung und sind in der Praxis gleichwertig. Die für Ihre Kontaktlinse passende Achse wird im Rahmen der Anpassung festgelegt. Halten Sie sich daher immer an die empfohlenen Werte Ihres Optikers oder Augenarztes.

Die Addition (ADD) beschreibt den Nahzusatz bei Multifokal- oder Bifokalkontaktlinsen. Sie wird benötigt, wenn neben einer Kurz- oder Weitsichtigkeit zusätzlich eine Alterssichtigkeit (Presbyopie) vorliegt.

Die Addition wird in Dioptrien angegeben und ist immer ein positiver Wert (+). Sie beschreibt die zusätzliche Unterstützung, die zum scharfen Sehen in der Nähe benötigt wird.

  • korrigiert die Nahsicht bei Alterssichtigkeit
  • wird nur bei Multifokal- oder Bifokalkontaktlinsen verwendet
  • ist meist für beide Augen identisch
  • wird in der Regel in 0,25-dpt-Schritten angegeben

Multifokale Kontaktlinsen korrigieren gleichzeitig die Fern- und Nahsicht. Dadurch wird das Lesen, Arbeiten am Smartphone oder das Erkennen kleiner Details im Nahbereich erleichtert.

Alterssichtigkeit tritt meist ab einem Alter von etwa 40 bis 45 Jahren auf. Ursache ist die nachlassende Elastizität der natürlichen Augenlinse, wodurch das Scharfstellen auf nahe Entfernungen zunehmend schwerer fällt.

Hinweis aus der Praxis: Viele Kontaktlinsenträger achten vor allem auf die Fernsicht und vermuten bei Problemen in der Nähe falsche Kontaktlinsenwerte. Tatsächlich ist häufig die Addition noch nicht ausreichend oder die Augen befinden sich in einer Übergangsphase zur Alterssichtigkeit. Bereits kleine Veränderungen des Nahzusatzes können den Lesekomfort deutlich verbessern. Deshalb sollte die Addition regelmäßig überprüft werden, wenn Lesen, Smartphone oder Bildschirmarbeit zunehmend anstrengender werden. In vielen Fällen kann auch eine Anpassung der multifokalen Kontaktlinsen sinnvoll sein.

Der Durchmesser (DIA) beschreibt die Größe der Kontaktlinse und wird in Millimetern angegeben.

Gemeinsam mit der Basiskurve (BC) beeinflusst der Durchmesser, wie die Kontaktlinse auf dem Auge sitzt und wie sie sich beim Blinzeln bewegt.

Typische Werte:

Der passende Durchmesser wird bei der Kontaktlinsenanpassung bestimmt. Er sollte zur Größe der Hornhaut und zur gewünschten Beweglichkeit der Kontaktlinse passen.

Zusammen mit der Basiskurve beeinflusst der Durchmesser den Tragekomfort, die Zentrierung und die Stabilität der Kontaktlinse auf dem Auge.

Hinweis aus der Praxis: Der Durchmesser einer Kontaktlinse beeinflusst nicht nur den Sitz auf dem Auge, sondern auch das Tragegefühl im Alltag. Größere weiche Kontaktlinsen bieten oft einen hohen Spontankomfort und verrutschen nur selten. Da sie die Hornhaut großflächig abdecken, gelangen Staubpartikel oder Fremdkörper zudem seltener unter die Linse. Viele Kontaktlinsenträger empfinden sie deshalb bereits ab dem ersten Tag als angenehm. Kleinere formstabile Kontaktlinsen bewegen sich dagegen auf dem Tränenfilm und versorgen die Hornhaut besonders gut mit Sauerstoff. Sie ermöglichen häufig eine sehr präzise Sehkorrektur, benötigen jedoch meist eine längere Eingewöhnungszeit. Zudem können Staubpartikel oder Fremdkörper unter der Linse schneller bemerkt werden. Welcher Durchmesser der richtige ist, hängt daher nicht von einem einzelnen Wert ab, sondern von der Kontaktlinsenart, der Hornhautform und den individuellen Sehbedürfnissen. Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Ratgeber zu den Kontaktlinsenmaterialien.

Die Basiskurve (BC) beschreibt die Krümmung der Kontaktlinse und bestimmt gemeinsam mit dem Durchmesser (DIA), wie die Linse auf dem Auge sitzt.

  • kleine BC-Werte → stärker gekrümmte Linse
  • größere BC-Werte → flachere Linse

Der BC-Wert orientiert sich an der Form der Hornhaut. Nur wenn die Krümmung der Kontaktlinse gut zur individuellen Augenform passt, kann die Linse angenehm getragen werden und sich stabil auf dem Auge bewegen.

Ist die Kontaktlinse zu steil oder zu flach, kann dies den Tragekomfort beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind Druckgefühl, Fremdkörpergefühl, verrutschende Kontaktlinsen oder eine schwankende Sehschärfe.

Die passende Basiskurve wird im Rahmen einer Kontaktlinsenanpassung durch einen Optiker oder Augenarzt bestimmt. Dabei wird die Form der Hornhaut vermessen und geprüft, wie die Kontaktlinse auf dem Auge sitzt.

Einige Kontaktlinsen werden nur mit einer Standard-Basiskurve angeboten, andere sind mit mehreren BC-Werten erhältlich. Moderne weiche Kontaktlinsen gleichen kleinere Unterschiede häufig aus, dennoch sollte der vom Anpasser empfohlene Wert eingehalten werden.

Den BC-Wert finden Sie auf der Kontaktlinsenpackung, dem einzelnen Blister oder Ihrem Kontaktlinsenpass. Dort ist er meist mit der Abkürzung BC angegeben.

Hinweis aus der Praxis: Viele Kontaktlinsenträger sind verunsichert, wenn sich der BC-Wert einer neuen Kontaktlinse geringfügig von ihren bisherigen Linsen unterscheidet. Dabei liegen die Unterschiede oft nur bei wenigen Zehntelmillimetern. Moderne weiche Kontaktlinsen können solche kleinen Abweichungen häufig ausgleichen. Ein Beispiel: Die Werte 8,5 und 8,6 unterscheiden sich lediglich um 0,1 mm. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Kontaktlinse schlechter sitzt oder nicht vertragen wird. Für den tatsächlichen Tragekomfort spielen auch Material, Durchmesser, Benetzungseigenschaften und das Design der Kontaktlinse eine wichtige Rolle. Entscheidend ist daher nicht allein der BC-Wert, sondern wie die Kontaktlinse insgesamt auf Ihrem Auge sitzt.

Der Wassergehalt beschreibt, wie viel Wasser eine Kontaktlinse enthält. Er wird vom Hersteller in Prozent angegeben und gehört zu den wichtigsten Materialeigenschaften einer Kontaktlinse.

Viele Kontaktlinsenträger gehen davon aus, dass ein möglichst hoher Wassergehalt automatisch besser für die Augen ist. Tatsächlich ist der Zusammenhang etwas komplexer. Ob eine Kontaktlinse angenehm zu tragen ist, hängt nicht nur vom Wassergehalt, sondern auch vom verwendeten Material und der Sauerstoffdurchlässigkeit ab.

Der Wassergehalt beeinflusst unter anderem:

  • das Tragegefühl der Kontaktlinse
  • die Sauerstoffversorgung der Hornhaut
  • die Benetzung der Augenoberfläche
  • das Verhalten der Kontaktlinse bei trockenen Augen

Bei klassischen Hydrogel-Kontaktlinsen erfolgt ein großer Teil des Sauerstofftransports über das enthaltene Wasser. Deshalb besitzen viele Hydrogel-Linsen Wassergehalte zwischen etwa 50 und 80 Prozent.

Moderne Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen nutzen dagegen zusätzlich Silikon als Transportweg für Sauerstoff. Dadurch können sie trotz eines niedrigeren Wassergehalts oft deutlich mehr Sauerstoff an die Hornhaut weitergeben als herkömmliche Hydrogel-Linsen.

Deshalb gilt heute nicht mehr automatisch:

  • hoher Wassergehalt = bessere Kontaktlinse
  • niedriger Wassergehalt = schlechtere Kontaktlinse

Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Wassergehalt, Material und Sauerstoffdurchlässigkeit.

Typische Wassergehalte:

  • Hydrogel-Kontaktlinsen: häufig etwa 50 bis 80 %
  • Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen: häufig etwa 30 bis 50 %
  • formstabile Kontaktlinsen: enthalten kaum Wasser

Besonders Menschen mit trockenen Augen profitieren häufig von modernen Silikon-Hydrogel-Materialien oder formstabilen Kontaktlinsen. Obwohl diese oft weniger Wasser enthalten, ermöglichen sie eine sehr gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut.

Hinweis aus der Praxis: Der Wassergehalt ist einer der am häufigsten missverstandenen Werte bei Kontaktlinsen. Viele Kontaktlinsenträger vergleichen Produkte ausschließlich anhand der Prozentangabe und gehen davon aus, dass 75 % Wasser grundsätzlich besser sind als 45 %. Tatsächlich kann das Gegenteil der Fall sein. Kontaktlinsen mit sehr hohem Wassergehalt fühlen sich häufig direkt nach dem Einsetzen besonders angenehm an. Verdunstet die Feuchtigkeit jedoch im Laufe des Tages, kann die Linse dem Tränenfilm zusätzlich Wasser entziehen. Gerade bei trockenen Augen kann dies zu Trockenheitsgefühl, Fremdkörpergefühl oder schwankender Sehschärfe führen. Moderne Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen erreichen ihre hohe Sauerstoffversorgung häufig bereits mit deutlich niedrigeren Wassergehalten. Deshalb sollten Wassergehalt und Material immer gemeinsam betrachtet werden.

Wenn Sie zu trockenen Augen neigen oder sich für die Unterschiede zwischen Hydrogel- und Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen interessieren, finden Sie weitere Informationen in unserem Ratgeber: Kontaktlinsenmaterialien & Wassergehalt erklärt.

Passende Kontaktlinsen sollten daher nicht allein nach dem Wassergehalt ausgewählt werden. Für langfristigen Tragekomfort sind die individuelle Augenoberfläche, die Tränenfilmqualität und das Kontaktlinsenmaterial mindestens ebenso wichtig.

Erklärung der Kontaktlinsenarten

Weiche Kontaktlinsen sind die am häufigsten getragenen Kontaktlinsen. Sie bestehen aus flexiblen Materialien und passen sich der Form der Hornhaut an. Dadurch werden sie von vielen Kontaktlinsenträgern bereits kurz nach dem Einsetzen kaum noch wahrgenommen.

Typische Eigenschaften:

  • Durchmesser meist zwischen 13 und 15 mm
  • hoher Spontankomfort
  • kurze Eingewöhnungszeit
  • einfache Handhabung im Alltag
  • geeignet für viele Sehfehler und Korrektionsarten

Weiche Kontaktlinsen werden heute aus Hydrogel- oder Silikon-Hydrogel-Materialien hergestellt. Moderne Materialien ermöglichen eine gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut und einen hohen Tragekomfort über viele Stunden hinweg.

Besonders für Kontaktlinseneinsteiger sind weiche Kontaktlinsen häufig die erste Wahl, da sie sich schnell an das Auge anpassen und nur selten als Fremdkörper wahrgenommen werden.

Je nach Tragegewohnheiten sind weiche Kontaktlinsen in verschiedenen Austauschintervallen erhältlich:

Hinweis aus der Praxis: Viele Kontaktlinsenträger setzen weiche Kontaktlinsen erstmals ein und vergessen bereits nach kurzer Zeit, dass sie überhaupt Kontaktlinsen tragen. Genau dieser hohe Spontankomfort ist einer der wichtigsten Gründe für ihre Beliebtheit. Wer jedoch unter trockenen Augen leidet oder besonders hohe Anforderungen an die Sauerstoffversorgung stellt, sollte gemeinsam mit einem Optiker prüfen, welches Material am besten geeignet ist. Nicht jede weiche Kontaktlinse verhält sich auf dem Auge gleich.

Hydrogel Kontaktlinsen gehören zu den klassischen weichen Kontaktlinsen und bestehen aus einem wasserhaltigen Polymermaterial. Sie werden seit vielen Jahrzehnten erfolgreich angepasst und sind bis heute bei zahlreichen Tages-, Wochen- und Monatslinsen im Einsatz.

Bei Hydrogel-Materialien erfolgt die Sauerstoffversorgung der Hornhaut überwiegend über das in der Kontaktlinse enthaltene Wasser. Deshalb spielt der Wassergehalt bei dieser Materialklasse eine besonders wichtige Rolle.

Typische Eigenschaften:

  • weiches und flexibles Material
  • hoher Spontankomfort
  • Sauerstofftransport überwiegend über den Wassergehalt
  • häufig Wassergehalte zwischen 50 und 80 %
  • sehr gute Benetzungseigenschaften

Viele Kontaktlinsenträger empfinden Hydrogel-Kontaktlinsen bereits direkt nach dem Einsetzen als angenehm. Das Material passt sich der Hornhaut gut an und wird häufig kaum wahrgenommen.

Moderne Hydrogel-Materialien werden auch heute noch erfolgreich eingesetzt. Insbesondere bei empfindlichen Augen, ungünstigen Tränenfilmbedingungen oder trockenen Umgebungen können sie eine sehr gute Verträglichkeit bieten.

Hinweis aus der Praxis: Viele Kontaktlinsenträger gehen davon aus, dass moderne Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen grundsätzlich die bessere Wahl sind. Tatsächlich hängt die Materialwahl jedoch immer von den individuellen Augen, dem Tränenfilm und den Tragegewohnheiten ab. Hydrogel-Kontaktlinsen überzeugen häufig durch ihre sehr gute Benetzung und ihren hohen Spontankomfort. Gerade bei empfindlichen Augen, Bildschirmarbeit oder leichter Trockenheitsneigung können hochwertige Hydrogel-Materialien auch heute noch eine ausgezeichnete Lösung sein. Die Wahl des geeigneten Materials sollte deshalb nicht allein vom Wassergehalt oder der Sauerstoffdurchlässigkeit abhängen, sondern immer die gesamte Anpasssituation berücksichtigen.

Mehr über den Zusammenhang von Material, Wassergehalt und Sauerstoffversorgung erfahren Sie in unserem Ratgeber Kontaktlinsenmaterialien & Wassergehalt erklärt.

Wenn Sie gezielt nach Kontaktlinsen aus Hydrogel suchen möchten, können Sie in unserem Shop den Filter „Materialklasse“ verwenden. So lassen sich Hydrogel- und Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen einfach miteinander vergleichen und passende Produkte schneller finden.

Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen gehören heute zu den modernsten Materialien für weiche Kontaktlinsen. Sie verbinden die Flexibilität klassischer Hydrogel-Linsen mit einer deutlich verbesserten Sauerstoffversorgung der Hornhaut.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Hydrogel-Materialien erfolgt der Sauerstofftransport nicht ausschließlich über das in der Kontaktlinse enthaltene Wasser. Ein wesentlicher Teil des Sauerstoffs gelangt direkt über die Silikonbestandteile zur Hornhaut.

Typische Eigenschaften:

  • sehr hohe Sauerstoffdurchlässigkeit
  • geeignet für lange tägliche Tragezeiten
  • moderne Materialtechnologie
  • häufig geringerer Wassergehalt als Hydrogel-Linsen
  • gute Versorgung der Hornhaut auch bei höheren Stärken

Die hohe Sauerstoffdurchlässigkeit ist einer der wichtigsten Gründe dafür, dass Silikon-Hydrogel-Materialien heute bei vielen Tageslinsen und Monatslinsen zum Einsatz kommen. Sie ermöglichen eine besonders effiziente Versorgung der Hornhaut mit Sauerstoff und unterstützen die natürliche Physiologie des Auges.

Deshalb werden Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen häufig bei längeren Tragezeiten, höheren Fehlsichtigkeiten oder erhöhtem Sauerstoffbedarf empfohlen.

Hinweis aus der Praxis: Silikon-Hydrogel gilt heute bei vielen Kontaktlinsenanpassungen als Material der ersten Wahl. Besonders Kontaktlinsenträger mit langen Tragezeiten profitieren häufig von der sehr guten Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Dennoch ist Silikon-Hydrogel nicht automatisch für jeden Kontaktlinsenträger die beste Lösung. Je nach Tränenfilm, Augenoberfläche und individuellen Anforderungen können auch hochwertige Hydrogel-Materialien hervorragende Ergebnisse liefern. Die Wahl des geeigneten Materials erfolgt deshalb immer individuell und sollte neben der Sauerstoffversorgung auch Faktoren wie Benetzung, Tränenfilm und Tragegewohnheiten berücksichtigen.

Wenn Sie gezielt nach Kontaktlinsen aus Silikon-Hydrogel suchen möchten, können Sie in unserem Shop den Filter „Materialklasse“ verwenden. So lassen sich Hydrogel- und Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen einfach miteinander vergleichen und passende Tageslinsen oder Monatslinsen schneller finden.

Formstabile Kontaktlinsen (auch harte oder RGP-Kontaktlinsen genannt) bestehen aus formstabilen, sauerstoffdurchlässigen Materialien. Im Gegensatz zu weichen Kontaktlinsen behalten sie ihre Form auf dem Auge und passen sich nicht der Hornhaut an.

Sie sind kleiner als weiche Kontaktlinsen und bewegen sich beim Blinzeln auf dem Tränenfilm. Dadurch wird die Hornhaut kontinuierlich mit frischer Tränenflüssigkeit und Sauerstoff versorgt.

Typische Eigenschaften:

  • Durchmesser meist zwischen 8 und 10 mm
  • schwimmen beweglich auf dem Tränenfilm
  • sehr hohe Sauerstoffdurchlässigkeit
  • langfristig stabile optische Eigenschaften
  • oft besonders präzise Sehkorrektur

Formstabile Kontaktlinsen ermöglichen häufig eine sehr hohe Sehqualität. Besonders bei stärkeren Hornhautverkrümmungen, irregulären Hornhautformen oder speziellen Anpasssituationen können sie weichen Kontaktlinsen optisch überlegen sein.

Da die Linse ihre Form beibehält, kann sie Unebenheiten der Hornhaut teilweise ausgleichen. Dadurch werden oft sehr scharfe und kontrastreiche Seheindrücke erreicht.

Im Vergleich zu weichen Kontaktlinsen benötigen formstabile Kontaktlinsen jedoch meist eine längere Eingewöhnungszeit. Während viele weiche Kontaktlinsen bereits nach wenigen Minuten kaum noch wahrgenommen werden, kann es bei formstabilen Linsen einige Tage oder Wochen dauern, bis sich die Augen vollständig daran gewöhnt haben.

Häufiges Missverständnis: Formstabile Kontaktlinsen werden oft noch als „harte Kontaktlinsen“ bezeichnet. Viele Menschen glauben deshalb, sie bestünden aus Glas oder könnten wie Glas zerbrechen. Tatsächlich werden moderne formstabile Kontaktlinsen aus speziellen sauerstoffdurchlässigen Kunststoffen hergestellt. Sie enthalten selbstverständlich kein Glas. Der Begriff „hart“ stammt aus der Anfangszeit der Kontaktlinsenanpassung und hat sich bis heute gehalten.

Hinweis aus der Praxis: Viele Kontaktlinsenträger schrecken zunächst vor formstabilen Kontaktlinsen zurück, weil sie anfangs stärker spürbar sind als weiche Linsen. Dafür überzeugen sie häufig durch eine ausgezeichnete Sehqualität, eine sehr gute Sauerstoffversorgung und eine lange Lebensdauer. Gerade bei höheren Hornhautverkrümmungen, trockenen Augen oder speziellen Sehanforderungen können formstabile Kontaktlinsen eine hervorragende Alternative zu weichen Kontaktlinsen sein. Die etwas längere Eingewöhnungszeit wird von vielen Trägern durch die hohe Sehqualität und den langfristigen Tragekomfort als gut investierte Zeit empfunden.

Wenn Sie gezielt nach formstabilen Kontaktlinsen suchen, finden Sie in unserem Shop verschiedene Lösungen für unterschiedliche Sehbedürfnisse und Anpasssituationen.

Kontaktlinsen nach Korrektionsart

Die meisten Kontaktlinsen korrigieren eine Kurzsichtigkeit (Myopie) oder Weitsichtigkeit (Hyperopie). Für diese Fehlsichtigkeiten werden in der Regel sphärische oder asphärische Kontaktlinsen verwendet.

Typische Linsendesigns:

  • sphärische Kontaktlinsen
  • asphärische Kontaktlinsen

Sphärische Kontaktlinsen besitzen über die gesamte Linsenfläche hinweg eine gleichmäßige Krümmung. Sie stellen die klassische Form der Kontaktlinsenkorrektur dar und werden bei Kurz- oder Weitsichtigkeit eingesetzt.

Asphärische Kontaktlinsen verfügen dagegen über eine leicht veränderte Oberflächengeometrie. Dadurch können optische Abbildungsfehler reduziert und der Seheindruck in bestimmten Situationen verbessert werden.

Je nach Kontaktlinse kann dies zu einer höheren Sehschärfe, besseren Kontrastwahrnehmung oder einem ruhigeren Seheindruck führen. Viele moderne Kontaktlinsen verwenden deshalb asphärische Designs, auch wenn sie weiterhin zur Korrektur einer normalen Kurz- oder Weitsichtigkeit eingesetzt werden.

Hinweis aus der Praxis: Viele Kontaktlinsenträger kennen lediglich ihre Stärke (SPH) und bemerken gar nicht, dass sich zwei Kontaktlinsen mit identischen Werten völlig unterschiedlich anfühlen oder sehen können. Neben Material, Wassergehalt und Passform spielt auch das optische Design der Kontaktlinse eine wichtige Rolle. Asphärische Kontaktlinsen werden häufig eingesetzt, um die Sehqualität zu optimieren. Ob ein sphärisches oder asphärisches Design besser geeignet ist, hängt jedoch immer von der jeweiligen Kontaktlinse und den individuellen Augen ab.

Für die Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit finden Sie bei uns eine große Auswahl an Kontaktlinsen verschiedener Hersteller und Materialklassen.

Torische Kontaktlinsen korrigieren eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Bei einer Hornhautverkrümmung wird das Licht nicht gleichmäßig auf der Netzhaut gebündelt, wodurch unscharfes oder verzerrtes Sehen entstehen kann.

Im Gegensatz zu sphärischen Kontaktlinsen müssen torische Kontaktlinsen nicht nur die Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigieren, sondern zusätzlich die individuelle Form der Hornhaut berücksichtigen.

Dafür werden weitere Werte benötigt:

  • Zylinder (CYL) zur Korrektur der Hornhautverkrümmung
  • Achse (AX) zur Ausrichtung der Korrektur auf dem Auge

Damit die Sehkorrektur optimal funktioniert, muss die Kontaktlinse auf dem Auge stabil ausgerichtet bleiben. Moderne torische Kontaktlinsen verfügen deshalb über spezielle Stabilisationssysteme, die ein Verdrehen der Linse möglichst verhindern.

Heute sind torische Kontaktlinsen als Tageslinsen, Wochenlinsen und Monatslinsen erhältlich und ermöglichen vielen Menschen mit Hornhautverkrümmung eine ebenso komfortable Versorgung wie sphärische Kontaktlinsen.

Hinweis aus der Praxis: Viele Kontaktlinsenträger wissen nicht, dass bereits eine leichte Hornhautverkrümmung das Sehen beeinflussen kann. Werden Zylinder- und Achswerte nicht korrekt berücksichtigt, können unscharfes Sehen, Schattenbilder oder ein schwankender Seheindruck die Folge sein. Moderne torische Kontaktlinsen bieten heute eine sehr zuverlässige Stabilisierung auf dem Auge. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Kontaktlinse passend angepasst wurde und die individuellen Werte korrekt übernommen werden.

Wenn bei Ihnen eine Hornhautverkrümmung vorliegt, finden Sie in unserer Kategorie Torische Kontaktlinsen eine große Auswahl verschiedener Hersteller, Materialien und Austauschintervalle.

Multifokale Kontaktlinsen korrigieren die Alterssichtigkeit (Presbyopie). Sie ermöglichen scharfes Sehen in verschiedenen Entfernungen und können dazu beitragen, die Abhängigkeit von einer Lesebrille zu reduzieren.

Im Gegensatz zu klassischen Kontaktlinsen verfügen Multifokallinsen über mehrere Sehzonen. Dadurch können unterschiedliche Entfernungen gleichzeitig korrigiert werden.

Sie unterstützen das Sehen:

  • in der Ferne
  • im Zwischenbereich (z. B. Bildschirmarbeit)
  • in der Nähe (z. B. Lesen oder Smartphone)

Je nach Hersteller und Kontaktlinsendesign kommen unterschiedliche optische Konzepte zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise konzentrische Multifokallinsen, asphärische Designs oder Monovision-Konzepte.

Einige Multifokalsysteme arbeiten zusätzlich mit sogenannten D- und N-Linsen (dominantes und nicht-dominantes Auge). Dabei erhalten beide Augen unterschiedliche optische Schwerpunkte, die vom Gehirn zu einem gemeinsamen Seheindruck verarbeitet werden.

Dieses Konzept kann dazu beitragen, sowohl die Fern- als auch die Nahsicht zu optimieren. Welche Variante geeignet ist, hängt von den individuellen Sehgewohnheiten, den Anforderungen im Alltag und der Anpassstrategie ab.

Bei bestehender Hornhautverkrümmung stehen zudem spezielle torisch-multifokale Kontaktlinsen zur Verfügung, die gleichzeitig Alterssichtigkeit und Astigmatismus korrigieren können.

Hinweis aus der Praxis: Multifokale Kontaktlinsen ermöglichen vielen Menschen ein komfortables Sehen in verschiedenen Entfernungen. Dennoch arbeitet keine Multifokallinse wie eine „eingebaute Gleitsichtbrille“. Das Gehirn muss lernen, die jeweils passende Sehinformation auszuwählen. Deshalb ist eine gewisse Eingewöhnungszeit normal. Kleine Kompromisse bei der Sehschärfe oder beim Kontrastempfinden können insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen auftreten. Eine sorgfältige Anpassung und gegebenenfalls mehrere Optimierungsschritte sind bei Multifokallinsen keine Ausnahme, sondern ein normaler Bestandteil der Versorgung.

Wenn Sie Alterssichtigkeit korrigieren möchten, finden Sie in unserer Kategorie Multifokale Kontaktlinsen verschiedene Lösungen für unterschiedliche Sehbedürfnisse und Tragegewohnheiten.

Mehr über das Zusammenspiel von D- und N-Linsen erfahren Sie in unserem Ratgeber Multifokale Kontaktlinsen mit D- und N-Linse – wie sie funktionieren.

Farbige Kontaktlinsen verändern die Augenfarbe oder verstärken die natürliche Irisfarbe. Sie sind sowohl ohne Stärke als reine Kosmetiklinsen als auch mit Sehstärke zur Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit erhältlich.

Je nach Design können farbige Kontaktlinsen die natürliche Augenfarbe dezent betonen oder eine deutlich sichtbare Farbveränderung erzeugen. Daneben gibt es Motiv- und Effektlinsen für besondere Anlässe, Kostüme oder Cosplay.

Typische Einsatzgebiete:

  • Veränderung oder Intensivierung der Augenfarbe
  • farbige Kontaktlinsen mit Sehstärke
  • Motiv- und Effektlinsen für besondere Anlässe
  • kosmetische Kontaktlinsen ohne Sehstärke

Auch farbige Kontaktlinsen sind Medizinprodukte und sollten nicht mit gewöhnlichen Modeaccessoires verwechselt werden. Für einen sicheren Sitz müssen Basiskurve (BC) und Durchmesser (DIA) zum Auge passen.

Je nach Material und Farbgestaltung können sich Tragegefühl, Sauerstoffversorgung und Sehqualität von klassischen Kontaktlinsen unterscheiden.

Hinweis aus der Praxis: Farbige Kontaktlinsen werden häufig für Veranstaltungen, Fotoshootings, Cosplay oder Kostüme getragen. Dabei wird leicht übersehen, dass auch kosmetische Kontaktlinsen Medizinprodukte sind und direkt auf dem Auge sitzen. Besonders bei Motiv- oder Effektlinsen können Sehfeld, Kontrastwahrnehmung oder das Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen eingeschränkt sein. Zudem sollten Passform, Materialqualität und Hygiene denselben Anforderungen entsprechen wie bei klassischen Kontaktlinsen. Achten Sie deshalb auf geprüfte Produkte aus vertrauenswürdigen Quellen und verzichten Sie auf Billigangebote unbekannter Herkunft.

In unserer Kategorie Farbige Kontaktlinsen finden Sie Kontaktlinsen mit und ohne Stärke für verschiedene Augenfarben und Anwendungsbereiche.

Orthokeratologie-Linsen (auch Nachtlinsen genannt) sind spezielle formstabile Kontaktlinsen, die ausschließlich während des Schlafens getragen werden.

Während der Nacht verändern sie die Form der Hornhaut sanft und kontrolliert. Dadurch kann die Fehlsichtigkeit tagsüber teilweise oder vollständig ausgeglichen werden, sodass häufig keine Brille oder Kontaktlinsen benötigt werden.

Typische Einsatzgebiete:

  • Korrektur von Kurzsichtigkeit
  • tagsüber möglichst ohne Sehhilfe auskommen
  • Sport und Freizeit ohne Kontaktlinsen oder Brille
  • Kinder und Jugendliche im Rahmen spezieller Myopie-Management-Konzepte

Die Wirkung ist vorübergehend und muss durch das regelmäßige Tragen der Nachtlinsen aufrechterhalten werden.

Hinweis aus der Praxis: Orthokeratologie ist kein chirurgischer Eingriff und verändert das Auge nicht dauerhaft. Wird das Tragen der Nachtlinsen beendet, kehrt die Hornhaut innerhalb einiger Zeit wieder zu ihrer ursprünglichen Form zurück. Die Anpassung von Orthokeratologie-Linsen gehört zu den anspruchsvollsten Bereichen der Kontaktlinsenanpassung und erfordert spezielle Messverfahren sowie regelmäßige Nachkontrollen. Da wir uns auf den Verkauf klassischer Kontaktlinsen und Pflegemittel konzentrieren, bieten wir selbst keine Anpassung von Nachtlinsen an. Wenn Sie sich für Orthokeratologie interessieren, empfehlen wir die Beratung durch einen darauf spezialisierten Kontaktlinsenanpasser oder Augenoptiker.

Kontaktlinsen und Brillenwerte

Viele Menschen gehen davon aus, dass sich die Werte aus dem Brillenpass direkt auf Kontaktlinsen übertragen lassen. Tatsächlich sind Brillenwerte und Kontaktlinsenwerte jedoch nicht immer identisch.

Der Grund dafür liegt in der unterschiedlichen Position der Sehhilfe: Während sich Brillengläser in einem Abstand von etwa 12 bis 16 Millimetern vor dem Auge befinden, liegen Kontaktlinsen direkt auf der Hornhaut auf.

Je stärker die Fehlsichtigkeit ist, desto deutlicher können sich die Werte unterscheiden. Deshalb sollten Kontaktlinsen niemals ausschließlich anhand der Brillenwerte bestellt werden.

Viele Werte kommen zwar sowohl bei Brillen als auch bei Kontaktlinsen vor:

  • Sphäre (SPH)
  • Zylinder (CYL)
  • Achse (AX)
  • Addition (ADD)

Kontaktlinsen besitzen jedoch zusätzliche Parameter, die bei einer Brille keine Rolle spielen:

  • Basiskurve (BC)
  • Durchmesser (DIA)

Diese Werte beeinflussen den Sitz und den Tragekomfort der Kontaktlinse und können nicht aus einem Brillenpass abgeleitet werden.

Hinweis aus der Praxis: Eine der häufigsten Fragen bei der Kontaktlinsenbestellung lautet: „Kann ich einfach meine Brillenwerte übernehmen?“ Bei niedrigen Stärken können Brillen- und Kontaktlinsenwerte teilweise identisch sein. Mit zunehmender Kurz- oder Weitsichtigkeit entstehen jedoch Unterschiede, da Kontaktlinsen direkt auf dem Auge sitzen und Brillengläser einen gewissen Abstand zur Hornhaut haben. Ein Brillenwert von beispielsweise -4,00 dpt muss deshalb nicht zwangsläufig einem Kontaktlinsenwert von -4,00 dpt entsprechen. Wenn Sie erstmals Kontaktlinsen tragen möchten oder unsicher sind, empfehlen wir eine professionelle Kontaktlinsenanpassung durch einen Optiker oder Augenarzt.

Passende Kontaktlinsen sollten immer anhand eines aktuellen Kontaktlinsenpasses oder einer Kontaktlinsenanpassung ausgewählt werden.