Kontaktlinsenmaterialien und Wassergehalt einfach erklärt

Kontaktlinsen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Form oder Tragedauer, sondern auch im verwendeten Material. Materialeigenschaften wie Wassergehalt, Sauerstoffdurchlässigkeit, Modulus und Oberflächenbeschaffenheit beeinflussen maßgeblich den Tragekomfort, die Verträglichkeit und den Pflegeaufwand einer Kontaktlinse.

Während moderne Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen vor allem durch ihre hohe Sauerstoffdurchlässigkeit überzeugen, bieten klassische Hydrogelmaterialien häufig eine sehr gute Benetzbarkeit. Welches Material am besten geeignet ist, hängt unter anderem von den Augen, dem Tränenfilm und den individuellen Tragegewohnheiten ab.

Zur Orientierung werden weiche Kontaktlinsen in vier sogenannte FDA-Gruppen eingeteilt. Diese Klassifizierung berücksichtigt Wassergehalt und Materialeigenschaften und hilft dabei, Unterschiede zwischen verschiedenen Kontaktlinsen besser zu verstehen.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Materialarten bei Kontaktlinsen verwendet werden, was Begriffe wie Wassergehalt, Sauerstoffdurchlässigkeit (Dk/t) oder Modulus bedeuten und welche Eigenschaften die einzelnen Materialgruppen auszeichnen.

Hydrogel oder Silikon-Hydrogel – wo liegt der Unterschied?

Die meisten weichen Kontaktlinsen bestehen heute entweder aus Hydrogel oder Silikon-Hydrogel. Beide Materialgruppen haben ihre eigenen Eigenschaften und können – je nach Auge und Tragegewohnheiten – eine gute Wahl sein.

Eigenschaft Hydrogel Silikon-Hydrogel
Sauerstoffversorgung über den Wassergehalt über den Silikonanteil
Dk/t-Wert niedrig bis mittel hoch bis sehr hoch
Wassergehalt oft höher oft niedriger
Materialgefühl meist sehr weich häufig etwas fester
Typische Stärke gute Benetzbarkeit hohe Sauerstoffversorgung

Moderne Hydrogel- und Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen können beide einen hohen Tragekomfort bieten. Während Hydrogel-Linsen häufig durch ihre gute Benetzbarkeit überzeugen, ermöglichen Silikon-Hydrogel-Linsen in der Regel eine höhere Sauerstoffversorgung der Hornhaut.

Welche Materialgruppe besser geeignet ist, hängt von den individuellen Augen, dem Tränenfilm und den persönlichen Tragegewohnheiten ab. Eine fachgerechte Anpassung durch einen Optiker oder Augenarzt bleibt daher entscheidend.

Was bedeutet Sauerstoffdurchlässigkeit?

Die Sauerstoffdurchlässigkeit beschreibt, wie gut Sauerstoff durch eine Kontaktlinse zur Hornhaut gelangen kann. Da die Hornhaut keine eigenen Blutgefäße besitzt, ist sie auf die Sauerstoffversorgung aus der Umgebungsluft angewiesen.

Der sogenannte Dk/t-Wert gibt an, wie viel Sauerstoff eine Kontaktlinse tatsächlich an das Auge weiterleiten kann. Je höher der Wert, desto leichter gelangt Sauerstoff durch das Material der Kontaktlinse.

Besonders moderne Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen erreichen häufig sehr hohe Dk/t-Werte. Aber auch andere Faktoren wie Material, Wassergehalt, Passform und Tragegewohnheiten beeinflussen den Tragekomfort und die Verträglichkeit einer Kontaktlinse.

Gut zu wissen:
Ein hoher Dk/t-Wert bedeutet nicht automatisch, dass eine Kontaktlinse für jeden Träger die beste Wahl ist. Die optimale Kontaktlinse ergibt sich immer aus dem Zusammenspiel von Material, Passform und individuellen Augenbedingungen.
Was bedeutet Modulus?

Der Modulus beschreibt die Festigkeit beziehungsweise Steifigkeit eines Kontaktlinsenmaterials. Er gibt an, wie leicht sich eine Kontaktlinse verformen lässt.

Kontaktlinsen mit einem niedrigen Modulus sind meist besonders weich und flexibel. Kontaktlinsen mit einem höheren Modulus besitzen dagegen eine etwas festere Struktur und können sich für manche Träger leichter handhaben lassen.

Der Modulus ist nur einer von vielen Faktoren, die das Tragegefühl beeinflussen. Ebenso wichtig sind beispielsweise Material, Wassergehalt, Sauerstoffdurchlässigkeit (Dk/t), Linsendesign und die individuelle Beschaffenheit des Auges.

Gut zu wissen:
Ein niedriger Modulus bedeutet nicht automatisch mehr Komfort. Manche Kontaktlinsenträger bevorzugen sehr weiche Materialien, andere empfinden etwas festere Kontaktlinsen als angenehmer und einfacher in der Handhabung.
Überblick der FDA-Klassifikation

Gruppe Wassergehalt Materialtyp Eigenschaften Typische Vorteile
1 unter 50 % nicht-ionisch robust, geringe Proteinablagerungen pflegeleicht, stabil im Alltag
2 über 50 % nicht-ionisch sehr weich, hohe Sauerstoffdurchlässigkeit angenehmes Tragegefühl, gut für empfindliche Augen
3 unter 50 % ionisch stabiler Sitz, höhere Ablagerungsneigung geeignet für spezielle Anpassungen
4 über 50 % ionisch sehr weich, neigt stärker zu Ablagerungen komfortabel bei kurzer Tragedauer
Was bedeutet das für Sie?
  • Nicht-ionische Materialien sind in der Regel pflegeleichter und neigen weniger zu Proteinablagerungen.
  • Ionische Materialien können stärker auf Ablagerungen reagieren und erfordern eine sorgfältigere Reinigung.
  • Kontaktlinsen mit hohem Wassergehalt fühlen sich besonders weich und angenehm an, können jedoch schneller austrocknen.
  • Materialien mit niedrigerem Wassergehalt sind oft robuster und bieten ein stabileres Tragegefühl über den Tag hinweg.
Fazit: Das passende Material ist individuell

Hydrogel- und Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen bieten unterschiedliche Materialeigenschaften und können beide einen hohen Tragekomfort ermöglichen. Faktoren wie Wassergehalt, Sauerstoffdurchlässigkeit (Dk/t), Modulus und die Zusammensetzung des Tränenfilms beeinflussen, wie eine Kontaktlinse am Auge wahrgenommen wird.

Welches Material am besten geeignet ist, hängt von den individuellen Augen, den persönlichen Tragegewohnheiten und der fachgerechten Anpassung ab. Deshalb gibt es keine pauschal beste Kontaktlinse, sondern immer nur die passende Lösung für den jeweiligen Träger.

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