Multifokale Kontaktlinsen – wie sie funktionieren

2015-01-30 11:36:00 / Grundlagen

Multifokale Kontaktlinsen werden eingesetzt, wenn sowohl die Sicht in der Nähe als auch in der Ferne korrigiert werden soll. Typischerweise betrifft das Menschen, deren Augen sich im Laufe der Zeit verändern und die beim Lesen oder Arbeiten im Nahbereich Unterstützung benötigen.

Im Gegensatz zu klassischen Kontaktlinsen besitzen multifokale Linsen mehrere Sehbereiche gleichzeitig. Dadurch wird ein stufenloses Sehen über verschiedene Entfernungen hinweg ermöglicht.


Das Prinzip – Sehen in mehreren Entfernungen

Multifokale Kontaktlinsen funktionieren ähnlich wie eine Gleitsichtbrille. Statt nur einer einzigen Stärke enthält die Linse verschiedene Zonen, die auf unterschiedliche Entfernungen ausgelegt sind.

Diese Bereiche lassen sich vereinfacht so einteilen:

  • Nähe: für Lesen oder Smartphone
  • Zwischenbereich: für Bildschirmarbeit
  • Ferne: für Alltag und Orientierung

Abbildung: schematisches Zonenprinzip (Nähe, Zwischenbereich, Ferne)


Wie das Auge mit multifokalen Linsen arbeitet

Beim Tragen multifokaler Kontaktlinsen sieht das Auge mehrere Informationen gleichzeitig. Das Gehirn verarbeitet diese Eindrücke und gewichtet automatisch den Bereich, der gerade benötigt wird.

Dieser Prozess erfolgt unbewusst und benötigt häufig eine kurze Eingewöhnungszeit. In dieser Phase kann das Sehen zunächst ungewohnt erscheinen, stabilisiert sich aber in der Regel nach einigen Tagen.


Unterschiedliche Designs von multifokalen Kontaktlinsen

Multifokale Kontaktlinsen sind nicht alle gleich aufgebaut. Je nach Hersteller kommen unterschiedliche Designs zum Einsatz, die sich in der Anordnung der Sehbereiche unterscheiden.

Grundsätzlich lassen sich zwei häufige Prinzipien unterscheiden:

  • Konzentrische Zonen: ringförmige Bereiche für unterschiedliche Entfernungen
  • Asphärische Designs: fließender Übergang zwischen den Stärken

Welches Design besser geeignet ist, hängt von den individuellen Sehgewohnheiten und Anforderungen ab.


Was bedeutet das für den Alltag?

Multifokale Kontaktlinsen ermöglichen es, ohne Lesebrille zwischen verschiedenen Entfernungen zu wechseln. Besonders im Alltag – etwa beim Blick vom Smartphone zum Bildschirm oder beim Autofahren – entsteht ein fließender Übergang zwischen den Sehbereichen.

Wichtig ist, dass das Sehen nicht „umschaltet“, sondern parallel funktioniert. Dadurch unterscheidet sich das Tragegefühl von klassischen Einstärkenlinsen.


Unser Hinweis

Die Auswahl multifokaler Kontaktlinsen sollte immer auf die individuellen Sehbedürfnisse abgestimmt sein. Neben den reinen Werten spielen auch Tragegewohnheiten, Bildschirmarbeit und persönliche Empfindungen eine Rolle.

Eine Übersicht multifokaler Kontaktlinsen finden Sie in unserer Kategorie für multifokale Kontaktlinsen.

Multifokale Kontaktlinsen benötigen häufig eine kurze Eingewöhnungszeit. In den ersten Tagen kann sich das Sehen ungewohnt anfühlen, stabilisiert sich jedoch in der Regel mit zunehmender Tragedauer.