Kontaktlinsen bei Heuschnupfen – was Sie jetzt beachten sollten

2026-04-19 00:07:00 / Ratgeber
Kontaktlinsen bei Heuschnupfen – was Sie jetzt beachten sollten - Kontaktlinsen bei Heuschnupfen | Tipps vom Optiker für empfindliche Augen

Juckende, tränende Augen gehören für viele Allergiker im Frühjahr und Sommer zum Alltag. Gerade während der Heuschnupfenzeit stellt sich für Kontaktlinsenträger die Frage: Kann ich meine Linsen weiterhin tragen – oder sollte ich besser darauf verzichten?

Die ehrliche Antwort: Kontaktlinsen sind möglich – aber nicht immer sinnvoll. Entscheidend ist, wie empfindlich Ihre Augen reagieren und wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind.


Warum Kontaktlinsen bei Heuschnupfen problematisch sein können

Pollen gelangen nicht nur auf die Augenoberfläche, sondern können sich auch auf Kontaktlinsen ablagern. Dadurch kann es zu verstärkten Beschwerden kommen:

• Juckreiz und Brennen
• Rötungen
• Fremdkörpergefühl
• Erhöhte Trockenheit der Augen

Besonders weiche Kontaktlinsen neigen dazu, Ablagerungen aufzunehmen, was die Symptome zusätzlich verstärken kann.


Warum sich Kontaktlinsen bei Heuschnupfen anders anfühlen

Während der Allergiesaison verändert sich häufig der Tränenfilm. Dadurch kann es passieren, dass Kontaktlinsen nicht mehr optimal im Auge sitzen und sich unangenehm bemerkbar machen.

Das kann zu schwankender Sehqualität, Fremdkörpergefühl oder verstärkter Reizung führen. In solchen Fällen lohnt sich eine kurze Kontrolle beim Optiker – oft hilft bereits eine Anpassung oder ein Wechsel des Linsentyps.


Welche Kontaktlinsen sind bei Allergien besser geeignet?

Während der Pollensaison kann ein Wechsel der Kontaktlinsen sinnvoll sein:

Tageslinsen:
Sie gelten als die hygienischste Lösung, da sie täglich frisch eingesetzt werden. Pollen und Ablagerungen haben so kaum eine Chance, sich dauerhaft festzusetzen.

Silikon-Hydrogel-Linsen:
Diese modernen Materialien bieten eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit und unterstützen ein angenehmes Tragegefühl – auch bei empfindlichen Augen.

Monatslinsen:
Sind weiterhin möglich, erfordern aber eine besonders sorgfältige Reinigung und Pflege.


Praktische Tipps für den Alltag

Während der Heuschnupfenzeit ist es oft sinnvoll, den Augen bewusst mehr Ruhe zu gönnen. Auch wenn Kontaktlinsen grundsätzlich getragen werden können, berichten viele Betroffene, dass sich die Beschwerden dadurch verstärken.

Unsere Empfehlung aus der Praxis:
Tragen Sie Ihre Kontaktlinsen nur dann, wenn es wirklich nötig ist – und greifen Sie im Alltag möglichst häufig auf eine Brille zurück.

Folgende Maßnahmen können zusätzlich helfen:

• Tragezeit der Kontaktlinsen bewusst reduzieren
• Bei Bedarf auf Tageslinsen umsteigen
• Augen nicht reiben
• Abends Pollen durch Duschen und Haarewaschen entfernen
• Sonnenbrille als Schutz im Freien tragen
• Immer eine Brille als Alternative bereithalten

Wenn Ihre Augen stärker gereizt sind, gilt: Kontaktlinsen lieber pausieren – Ihre Augen werden es Ihnen danken.


Die richtige Pflege in der Allergiezeit

Gerade bei Monatslinsen spielt die Reinigung eine entscheidende Rolle. Während der Pollensaison sollten Kontaktlinsen besonders gründlich von Ablagerungen befreit werden.

Peroxidsysteme gelten dabei als besonders effektiv, da sie ohne Konservierungsstoffe auskommen und eine intensive Desinfektion ermöglichen.

Zusätzlich kann eine mechanische Reinigung (sanftes Reiben der Linse) helfen, Pollen und Ablagerungen zuverlässig zu entfernen.


Augentropfen und Kontaktlinsen – das sollten Sie beachten

Antiallergische Augentropfen sollten nicht direkt mit eingesetzten Kontaktlinsen angewendet werden. Die Wirkstoffe können sich in der Linse anreichern und verzögert wirken.

Wichtig: Nach dem Eintropfen sollten Sie mindestens 15 bis 30 Minuten warten, bevor Sie Ihre Kontaktlinsen wieder einsetzen.

Befeuchtende Augentropfen hingegen sind in der Regel auch während des Tragens geeignet und können den Tränenfilm stabilisieren.

Eine sanfte Unterstützung bieten beispielsweise Euphrasia Augentropfen , die traditionell zur Beruhigung gereizter, tränender Augen eingesetzt werden – insbesondere bei äußeren Reizfaktoren wie Pollen.


Ein oft unterschätzter Faktor: Allergiemedikamente

Viele Allergiemedikamente – insbesondere Antihistaminika – können zu trockenen Augen führen. Dadurch wird das Tragen von Kontaktlinsen zusätzlich erschwert.

In solchen Fällen können befeuchtende Augentropfen helfen, den Tränenfilm zu stabilisieren und den Tragekomfort zu verbessern.


Wann Sie besser auf Kontaktlinsen verzichten sollten

In bestimmten Situationen ist es ratsam, vorübergehend keine Kontaktlinsen zu tragen:

• Starke Rötungen oder Entzündungen
• Deutliches Fremdkörpergefühl
• Anhaltendes Brennen oder Schmerzen

In diesen Fällen sollten Sie Ihre Augen nicht zusätzlich belasten und gegebenenfalls einen Optiker oder Augenarzt konsultieren.


Fazit: Ehrlich beraten – besser sehen

Auch während der Allergiesaison müssen Sie nicht grundsätzlich auf Kontaktlinsen verzichten. In der Praxis zeigt sich jedoch: Weniger Tragezeit und bewusste Pausen tun den Augen oft deutlich besser.

Mit der richtigen Strategie, passenden Linsen und unterstützenden Maßnahmen lassen sich viele Beschwerden reduzieren – dennoch gilt: Die Gesundheit Ihrer Augen steht immer an erster Stelle.